Ab ins kühle Nass – Schwimmen ist gesund!
Schwimmen gehört zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Das liegt zum großen Teil an den physikalischen Eigenschaften des Wassers und deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Sein gegenüber der Luft ungefähr 800-mal größerer Widerstand senkt das Verletzungsrisiko, bringt den Körper in Form und trainiert bei hohem Energieverbrauch ebenso schonend wie wirksam Muskeln, Gelenke und Herz-Kreislauf-System.
Im Wasser sind wir nur noch ein Siebtel so schwer wie an Land. Der Auftrieb schont Bandscheiben, Sehnen und Gelenke, ein großer Vorteil besonders für übergewichtige Menschen, Schwangere, Senioren und Menschen mit Verletzungen bzw. Erkrankungen des Bewegungsapparats. Der Wasserdruck unterstützt zudem den Blutrückfluss und entlastet damit Herz und Blutgefäße. Schwimmen beansprucht nahezu alle Muskelgruppen und besitzt alle Vorteile einer Ausdauersportart. Muskelarbeit, Herz-Kreislauf-System und die Lungenfunktion werden verbessert. Regelmäßiges Schwimmen wirkt sich auch positiv auf das Lungenvolumen aus und führt zu einer regelmäßigeren Atmung.
Brust, Kraulen, Delfin oder Rückenschwimmen?
Kraulen ist der schnellste Schwimmstil und fordert vor allem die Arm-und Schultermuskulatur. Die Arme leisten bis zu 80 % des Antriebs. Im Wechsel werden sie über Wasser nach vorn und dann am Körper entlang unter Wasser nach hinten geführt. Die Beine paddeln gestreckt abwechselnd auf und ab. Der Körper gleitet flach mit dem Gesicht nach unten durch das Wasser. Zum Atmen wird der Kopf zur entlasteten Seite gedreht. Kraulen lässt sich unter allen Stilen am leichtesten erlernen, stellt aber Anforderungen an Kraft und Ausdauer.
Das Rückenschwimmen baut besonders die Rückenmuskulatur auf. Der Kopf wird vom Wasser getragen, wodurch die Muskeln der Wirbelsäule und im Hals- und Rückenbereich entlastet werden und die Atmung leicht fällt. Die Bewegungen ähneln denen des Kraulens: Die Beine sind gestreckt und paddeln auf und ab. Die Arme werden im Wechsel über Wasser nach vorn und am Körper entlang unter Wasser nach hinten geführt. Der Kopf darf nicht an die Brust gezogen werden, weil sonst die Halswirbelsäule zu stark beansprucht wird. Wegen der fehlenden Übersicht ist der Stil nur bei „freier Bahn“ und besonderer Rücksicht geeignet.
Brustschwimmen ist die älteste und gebräuchlichste Schwimmart, zugleich aber auch die langsamste. Mit einem gleichzeitigen schlüssellochförmigen Zug beider Arme neben und unter dem Körper nach hinten wird das Wasser weggedrückt. Die Beine geben mit einem froschähnlichen Grätschschlag zusätzlichen Antrieb. Beansprucht und trainiert werden vor allem Brust-, Schulter- und Armmuskulatur. Wer den Kopf ständig über Wasser hält, überlastet allerdings leicht die Halswirbelsäule und fällt ins Hohlkreuz. Für Bewegliche eignet sich daher die sportliche Variante des Brustschwimmens, bei welcher der Kopf mit jedem Schwimmzug eintaucht, wodurch der Körper deutlich flacher im Wasser liegt und schneller vorankommt.
Delfin („Schmetterling“) eignet sich eher für „Spezialisten“ und stellt besondere Anforderungen an Kraft, Ausdauer und Geschick. Die Arme werden unter Wasser gleichzeitig nach hinten durchgezogen und anschließend über Wasser wieder nach vorn gebracht. Die geschlossenen Beine bewegen sich flossenartig. Trainiert werden Brust-, Rücken-, Arm-, und Beinmuskulatur.
Aquafitness richtet sich an alle, die die Eigenschaften des Wassers nutzen wollen, um Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit zu verbessern, verbindet Sport und Spaß und ist für sportliche Neueinsteiger oder langjährig Inaktive besonders geeignet. Varianten sind z. B.: Aquarobic, Aquajogging, AquaPower oder Aquastep.
Treffen Mutters Baderegeln zu?
Die Regeln „Nach dem Essen nicht ins Wasser!“ und „Nicht ins kalte Wasser springen.“ sind fast jedem bekannt.
Tatsächlich braucht der Magen nach dem Essen Energie und damit eine gute Durchblutung, um zu verdauen. Dieses Blut geht der Energieversorgung für das Gehirn und die Muskeln verloren. Wer nach einer ausgiebigen Mahlzeit schwimmen geht, bringt sich daher in Gefahr. Denn geschwächte Muskeln neigen viel schneller zu Krämpfen. Das kann im tiefen Wasser gefährlich werden. Ein kleiner Snack schadet jedoch nie. Es gilt die Faustregel: Weder mit leerem noch mit vollem Magen schwimmen gehen.
Auch ohne vorherige Abkühlung ins Wasser zu springen, ist tatsächlich gefährlich. Der plötzliche Kältereiz kann im schlimmsten Fall akutes Kreislaufversagen hervorrufen. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße durch den Kältereiz schnell zusammen, wodurch sich Gefäßablagerungen plötzlich lösen und an anderer Stelle zum Gefäßverschluss (Embolie) führen können. Deshalb gilt die alte Baderegel weiterhin: Vor dem Gang ins Wasser den Körper durch eine kühle Dusche und/oder gründliches Benetzen mit Wasser abkühlen und an die Wassertemperatur gewöhnen.
Krämpfe – Gefahr im tiefen Wasser
Beim Schwimmen sind Krämpfe, vor allem Wadenkrämpfe, keine Seltenheit. Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, nie allein weite Strecken in natürlichen Gewässern zu schwimmen. Ein Krampf im tiefen Wasser kann gefährlich werden. Er löst starke Schmerzen aus und schränkt die Bewegungsfähigkeit des betroffenen Körperteils ein, das Schwimmen wird fast unmöglich. In diesem Fall ist Ruhe die größte Pflicht. Das Krampfbein muss angewinkelt und mit den Armen gepaddelt werden. Der Krampf löst sich meist nach kurzer Zeit von allein. Danach am besten in entspannter Rückenlage zurück ans Ufer schwimmen. Dort muss der betroffene Muskel gedehnt werden. Der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten wie Magnesium begünstigt das Entstehen von Krämpfen, ebenso Kälte und Müdigkeit.
Wenn Sie daher zu Krämpfen im Wasser neigen, können Sie durch Vordehnen (Fußspitze bei gestrecktem Bein in Richtung Nase), lockeres Einschwimmen und eine vorübergehende Magnesiumeinnahme (Tabletten, 150 – 300 mg pro Tag über 4 Wochen) wirksam vorbeugen.
Nicht jedes Wasser hat Trinkwasserqualität
Über die Wasserqualität im Schwimmbad entscheidet, ob das Wasser gut überwacht und mittels Überlaufrinne und moderner Filteranlage gründlich gefiltert wird – besonders bei sommerlichem Hochbetrieb. Sicher kennen Sie den typischen „Schwimmbadgeruch“, verursacht durch Chlor, das auch für die typischen „Schwimmbad-Augen“ verantwortlich ist (passgenaue Schwimmbrille!). Wenn es frisch zugesetzt und das Wasser gut gefiltert ist, reizt es Augen und Haut nur gering. Achten Sie auch im Freigewässer (See, Fluss, Meer) auf die Wasserqualität: Besonders nach trockenen Hitzeperioden oder starken Regenfällen erhöht sich die Bakterienzahl, was unter anderem zu Brechdurchfällen führen kann. In diesen beiden Fällen sollten Sie daher das Schwimmbad vorziehen. Einen Überblick über die Wasserqualität der Freigewässer können Sie sich über das örtlich zuständige Umweltamt verschaffen. Die Qualität deutscher Badegewässer befindet sich in den meisten Fällen und zu den meisten Tagen des Jahres weit im grünen Bereich.